Die Erste Welt

Die Erste Welt ist genau genommen ein chaotisches Reich, welches Elemente der Materiellen Ebene und der Schattenebene enthält. Sie überschneidet sich mit beiden Ebenen und ist ein Entwurf aus der Zeit, ehe diese beiden Reiche sich endgültig trennten.

Geographie
In allen Aspekten ist die Erste Welt sowohl urzeitlich, als auch vorsintflutlich. Sie erscheint als größere und hellere Version der Materiellen Ebene. Während es auf anderen unendlichen Ebenen immer noch viele vertraute, gleichbleibende Orte gibt, ist die Erste Welt ein Universum der Möglichkeiten; der Weg, den man heute zwischen zwie Orientierungspunkten nimmt, kann morgen an einen ganz anderen Ort führen oder ganz verschwunden sein. In vielen Fällen ähnelt die Erste Welt dem Chaos des Mahlstroms, ist aber Geburt und Fruchtbarkeit während die Blaue Leere Entropie und Zerstörung ist. Ihr fehlt es auch nicht an Naturgesetzen, jedoch stehen die hier geltenden Regeln oft miteinander in Konflikt und scheinen bestenfalls halb durchdacht- und die Natur nutzt solche Fehler stets gnadenlos aus. Die Erste Welt ist endlos und gehört der Wildnis in all ihren Formen: es gibt unermesslich große Wälder und Bergketten, welche solchen auf der Materiellen Ebene ähneln, aber dennoch in unendlich mehr Variationen. Diese Orte erblühen und entwickeln sich ständig weiter. Die sich in ihnen befindenen Kreaturen sind Prototypen aller existierenden Wesen, allerdings in verschiedenen Entwicklungsphasen. Natürliche Phänomene nehmen seltsame Gestalten an – Regen könnte sich bei näherer Betrachtung als der künstlerische Ausdruck von Regen erweisen, bei dem wahre Ozeanladungen an Wasser verschüttet werden, ohne dass etwas nass wird.

Stabilität und Form
Naturgesetze haben in der Ersten Welt nie lange Bestand und sie haben zudem die unangenehme Tendenz von Region zu Region zu variieren, als würde jemand langsam an den Mechanismen der Welt herumspielen- was in vielen Fällen der Wahrheit entspricht. Da es im Land der Feen kaum etwas Dauerhaftes gibt, ist Willenskraft hier alles. Die mächtigeren Bewohner – zum Beispiel die geheimnisvollen Herrscher, welche als die Ältesten bekannt sind- und Artefakte besitzen die Fhäigkeit, der Welt ihren Willen aufzuzwingen und sie zu formen. Auch wenn die Landschaft alles andere as statisch ist, kann sie nur von ihren Herren manipuliert werden, wodurch sie für extraplanare Reisende zu Inseln der Stabilität werden.

Reisen
Das Überwechseln zwischen der Ersten Welt und der Materiellen Ebene ist weitaus schwieriger, als die Reise zwischen den Ebenen, da die Erste Welt hinter der Realität existiert, statt in ihr. Die meisten Reisenden suchen nach Portalen und Durchbrüchen. Diese Risse in der Realität entstehen an Schwachstellen zwischen der Ersten Welt und der Materiellen Ebene. Manchmal enstehen solche Durchbrüche auf natürliche Weise. Meistens sind sie aber das Ergebnis mächtiger Magie, welche die Realität über den Zerreißpunkt hinaus strapaziert. An diesen Orten können Wesen von beiden Seiten uneingeschränkt zwischen den Welten wechseln.

Magie und Religion
Die Erste Welt ist ein grober Entwurf der Materiellen Ebene. Wie die meisten Grobentwürfe wurde sie von den Künstlern aufgegeben, sobald die Arbeit abgeschlossen war. Im Vergleich zur Materiellen Ebene ist die Erste Welt für die meisten Götter nur wenig unterhaltsam. Dieses Vorurteil wird durch den Umstand verstärkt, dass es in der Ersten Welt die eine Sache nicht gibt, die für Götter am interessantesten ist: Seelen. Die Kreaturen der Ersten Welt besitzen keine Seelen und haben daher den Göttern nur wenig zu bieten. Entsprechend widmet sich auch kaum ein Bewohner der Ersten Welt der Religion und die wenigen, die um eine Rückkehr der Götter beten, stoßen auf taube Ohren. Aus diesem Grund ist die Erste Welt natürlich ein ideales Versteck für diejenigen, welche den Zorn der Götter erwecken. Glauben ist in der Ersten Welt eine Kuriosität und die meisten Bewohner mit einem Hang zur Verehrung beten einen der Ältesten an. Jene Gläubige, die aus der Materiellen Ebene in die Erste Welt wechseln, berichten oft von einem entsetzlichen Gefühl, den Kontakt zu ihren Schutzherren verloren zu haben, und dass göttliche Magie im Feenreich noch seltsamer funktioniert als arkane Zauberei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Zauber zum Kontaktieren von Gottheiten und Herbeirufen von Externaren scheitern oder unvorhersehbare Resultate hervorbringen. Zauber zum Herbeizaubern von Tiren rufen oft die seltsamen Gegenstücke der Ersten Welt herbei. Der Umstand, dass Kleriker auch in der Ersten Welt Zauber wirken können, führt dazu, dass viele Zauberkundige der Materiellen Ebene dvon ausgehen, dass die Götter die Erste Welt gar nicht verlassen hätten. Allerdings weisen die Feen ebenso rasch darauf hin, dass die Effekte der Klerikerzauber ebenso gut aus dem Willen und der Überzeugung entspringen könnten, die hinter ihrem Glauben stehen. In ihren Augen formen die Zauberkundigen die Welt um sie herum auf die für die Erste Welt traditionelle Weise.

Bewohner
Die Erste Welt ist in der ganzen Materiellen Ebene als die Ur-Heimat der Feen und der Ort bekannt, von dem die Gnome vor langer Zeit kamen. Allerdings ist sie weitaus mehr als nur das Heim der Dryaden und Pixies. Ihre diversen Lebensräume enthalten Ökosysteme, die um ein Hundertfaches komplexer sind als die der Materiellen Ebene. Von fast jeder Kreatur, die je auf der Materiellen Ebene existiert hat, gibt es in der Ersten Welt einen Prototypen mit vielen seltsamen Eigenschaften, die es nie in den endgültigen Entwurft geschafft haben. In der Ersten Welt können Wölfe Tentakel haben, Vögel Reptilienschwänze oder Dachse giraffenartige Hälse, um Honig aus den Stöcken intelligenter Bienen zu stehlen. In dieser Welt herrschen die Feenwesen und existieren in Harmonie mit dem Land, so wie es ihre Gegenstücke auf der Materiellen Ebene tun. Dennoch wäre es ein Fehler, zum Beispiel zwei Dryaden von unterschiedlichen Ebenen gleichzusetzen, da sie zwar ähnliche Gestalten besitzen, aus diversen Gründen dafür aber völlig unterschiedlich denken- der bedeutsame Grund aber dafür ist die Unsterblichkeit der Einheimischen der Ersten Welt. Kreaturen der Ersten Welt sterben nicht- zumindeset nicht ohne die Einwirkung mächtiger Magie. Da sie vom Zyklus der Seelen abgeschnitten sind, entsteht ein tödlich verwunderter Einheimischer der Ersten Welt nach einer gewissen Zeit wieder neu aus dem Material seiner Welt. Daher haben Einheimischen der Ersten Welt bestenfalls ein vages Konzept vom Tod, welches zu Traditionen und einer Art von Humor führt, die ungewollt mörderisch für Fremde sein können. Die meisten Bewohner der Ersten Welt reisen aber niemals afu die Materielle Ebene, denn wenn eine Kreatur der Ersten Welt auf einer anderen Ebene stirbt, hört sie auf zu existieren. Angesichts dieses Risikos ist es ein Wundern, dass irgendwelche Feenwesen lange genug auf der Materiellen Ebene verblieben sind, um ein Teil von ihr zu werden.

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