Finstermondtal

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  • Gesinnung: Neutral
  • Hauptstadt: Olfden (3.500)
  • Wichtige Siedlungen: Falkengrund (1.500), Perinshang (210)
  • Herrscher: Volksparlament

Gefahren lauern in jeder Ecke, jedem Winkel und Versteck des Finstermondtals. Einige sind offensichtlich- sie kommen in Gestalt von Werwölfen, Kobolden und Drachen. Einige Bedrohungen – und diese sind weitaus gefährlicher- sind normale Menschen: von Anführern ganzer Gemeinschaften bis hin zu gewieften Schlägern. Die Gefahren sind auch nicht auf die lebenden Bewohner der Gegend beschränkt. In der Tat, verglichen mit der Bedrohung, die von der aktiven Geologie des Finstermondtales ausgeht, erscheinen seine lebenden Bedrohungen beinahe harmlos. Ganze Landstriche der niederen Ebenen innerhalb des weiten Tals verbergen überhitzten Schlamm und kochend heiße Quellen unter einer nicht mal handbreiten Schicht Erde, die nur darauf warten jede Kreatur lebendig zu verbrühen, die unglüchlich genug ist einen einzigen falschen Schritt zu machen. Und schließlich erhebt sich über die gesamte Gegend der gewaltige Vulkan Droskars Fels, Ursprung der geologischen Aktivitäten dieses Gebietes und Ursache der größten Naturkatastrophe, die Andoran im vergangenen Jahrtausend heimgesucht hat.

Das Finstermondtal befindet sich in der nordwestlichen Ecke von Andoran, welches es erst kürzlich geschafft hat sich von der Herrschaft des infernalischen Kaiserreichs von Cheliax zu lösen. Obwohl sie Finstermondtal genannt wird, ist die Gegend eher eine flache Senke als ein echtes Tal. Während die nördliche Grenze des Bereichs tatsächlich von einem hohen Gebirtszug gebildet wird, erhebt sich die südliche Grenze nur bis zu einem niedrigen Plateau. Der Fluss Schäum kreuzt das Tal, hatte jedoch keinen Einfluss auf die Erschaffung des Tieflandes, durch welches er fließt.
Das Finstermondtal ist eine rohstoffreiche, geologisch aktive Wildnis am Rande der Zivilisation. Seine Grenzen liegen alle jenseits eines Tagesritts von den größeren Städten. Obwohl eine Handelsroute über Land nach Isger verläuft, konnten die wenigen Kaufleute, welche diese gefährliche Reise auf sich nehmen, Andoran nicht dazu bewegen, Patrouillen an der Straße zu verstärken. Gäbe es nicht die schwindenden Vorkommen an Schwarzholz und ein paar Silberminen in den nahe liegenden Bergen, hätte Andoran wenig Grund, überhaupt ein Interesse an dieser Region zu zeigen.

Die meisten Leute, die im Finstermondtal leben, sind Eigentümer ihres Heims oder mieten diese vom Holzkonsortium. Es gibt nur wenige Mehrfamilienhäuser und alle befinden sich in der größten Ansiedlung des Tals, Olfden. Im Gegensatz zum Reichtum, der durch die Holzwirtschaft geschaffen wird, sind die Preise für Behausungen relativ niedrig. die meisten schreiben dies der fehlenden Sicherheit der Region zu.

Außerhalb von Olfden ist das Leben im Finstermondtal beschwerlich, schmutzig und findet nicht selten ein jähes, brutales Ende. Das Gesetz der Wildnis ist nahezu überall vorherrschend, die Schwachen besitzen hier kaum eine Chance. Um in dieser gewalttätigen Umgebung zu überleben, müssen die Menschen selbst sehr stark bleiben. Gäbe es nicht das lukrative Geschäft mit de Schwarzholz, würde niemand freiwillig in solch einem wilden und gefährlichen Gebiet bleiben. Doch mit jeder vorbeiziehenden Generation wächst der beruhigende Einfluss der Zivilisation auf das Finstermondtal.

Als wären die hohen Abgaben in Falkengrund nicht genug, um seine Einwohner unterdrückt und arm zu halten und dadurch zur Arbeit zu zwingen, verlangt das Holzkonsortium unverschämt hohe Mieten selbst für die kleinsten und schäbigsten Häuser wie auch für Räume in Gasthäusern. Trotz der skrupellosen Behandlung seiner Angestellten und Abhängigen, besitzt das Holzkonsortium nördlich der Schäum de facto Narrenfreiheit. Dank seines Monopols über den Holzhandel im Finstermondtal (und nicht zuletzt über das wertvolle Schwarzholz) kann das Konsortium selbst Andoran mit der Drohung im Würgegriff halten, den Schwarzholzhandel zu unterbinden, wenn sich die Landesherren zu sehr in seine Geschäfte einmischen. Zwischen der Schäum und den Fünfkönigsbergen wird nahezu jede Münze Profit dank der drakonischen Methoden des Holzkonsortiums erwirtschaftet. Jenseits des Finstermondtals blühen auch andere Wirtschaftszweige. Am Fusse der Berge haben einige schwer beachte Zwergenbingen neu eröffnet, in denen man nach Silber und Eisen schürft. Da jedoch die Ausbeute gering ist und verschiedene Monster weiterhin das Gebiet verunsichern, wirkt sich der Handel mit Metall aus den Bingen kaum auf die Ökonomie der Region aus. Wichtiger ist die Stadt Olfden, wenn es um die Zufuhr von fremdem Gold geht. Denn sie lockt mit ihren vielen Dienstleistungen und Gütern die wichtigsten Quellen dafür an: Abenteurer und Forscher. Nahezu jedes Gut, welches solche Gruppen gebrauchen könnten sind in Olfden erhältlich, selbst magische Gegenstände.

Drei unterschiedliche geologische Gebite beherrschen das Finstermondtal. Im Süden erheben sich die Elberwickhöhen, eien flache Felsbank aus Basalt, auf der fast der gesamte Ardschlagwald wächst, und die zu einem weiten Plateau anwächst, welches fast ganz Andoran einnimmt. Die Finstermondebene bildet mit ihrem weiten Grasland einen Großteil des Tales. Die Grasfläche ist mit geothermalen Quellen, die aus Granitfelsen entspringen, und einige Tannen- und Fichteninseln gesprenkelt. Im Norden steigt das Tal zu einer Vorgebirgskette an, die im Nordwesten am Fuße der Fünfkönigsberge am beeindruckenden Vulkan Droskars Fels endet. Die Einwohner gaben diesen drei Regionen des Tals eigene Namen: der Süden wird Oberland, der mittlere Teil Tiefland, und der Norden Hochland genannt. Eingerahmt wird das Tal des weiteren von den sich im Osten erhebenden Wolfspfadhügeln, sowie dem Aspodellgebirge, welches die Westgrenze darstellt.

Überblick über die Region
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Ardschlagwald
Da er sich sehr weit nach Süden ausdehnt, befindet sich ein Großteil des Ardschlagwaldes jenseits der vagen Grenzen des Finstermondtals. Die Pinien- und Tannenwälder werden meist von den Äxten der Holzfäller des Konsortiums verschont, da in ihnen kaum Schwarzholz vorkommt. Vor mehr als zwei Jahrhunderten, als dieser und der Finstermondwald weitaus größer und Teil desselben Forstes waren, vereinte Narven, der Führer eines Druidenzirkels, die naturliebende Bevölkerung im und um den Ardschlagwald unter seiner Führung. Narven nannte sich selbst König des Waldes und herrschte uneingeschränkt über 50 Jahre lang, bevor ihn sein hohes Alter im Schlaf einholte. Sein Königreich löste sich wenig später auf und hinterließ nur wenige Anzeichen seiner Existenz.

Aspodellgebirge
Dieses schroffe, relativ niedrige Gebirge reicht mit seinen Spitzen bis zu einer Höhe von 3.000 m. Eine gewundene Linie, gezogen von den höchsten Spitzen der Bergkette, bildete die offizielle Grenze zwischen Cheliax und Andoran. Dadurch liegt der Großteil dieser Berge in Cheliax. Lediglich ein Pass führt durch die monsterverseuchten Höhen und über diesem thront die Burg Vendikon in Perinshang. Allein die Lage der Stadt und der strategischen Wichtigkeit der Feste wegen, hält Andoran am stetig schwindenden Anspruchs auf Perinshang fest. Und nur aufgrund dieses Anspruchs sieht das Land das ganze eisenreiche Aspodellgebirge als sein Territorium an. Im Gegensatz dazu sieht das Volksparlament in Almas die Aspodellen als weniger wichtig wie die Fünfkönigsberge im Norden an, weshalb Andoran Cheliax in der Bergkette freie Hand gewährt- mit Ausnahme vom immens wichtigen Aspodellpass.

Die Finstermondebene
Das Tiefland des Finstermondtals wird gänzlich zur Finstermondebene gerechnet, die sich von den Erhebungen der Elberwickhöhen bis zu den Fünfkönigsbergen und dem Hochland ersteckt. Allerorts zeigt die Ebene die Narben des Waldschlags: weite Flächen mit Baumstümpfen winden sich um die geologisch-aktiven Gebiete der Gegend.

Der Finstermondwald
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Der Finstermondwald hat mit Abstand den größten Bestand an Schwarzholz in Andoran, doch schwindet die Größe mit jedem dahingehendem Jahr. Die Holzfällergemeinde von Falkengrund verringert den Holzbestand im Jahr um etwa 16.520 Kubikmeter (von denen etwa 5 Prozent Schwarzholz sind) und verbringt das Holz dann ins südlich gelegene Augustana. Ursprünglich gehörte der Forst zum Ardschlagwald, doch jahrhundertelange Ausbeutung haben die Wälder voneinander getrennt und Avistans letzte Schwarzholzbestände befinden sich nun in den Pinien- und Tannenhainen des Finstermondwaldes. Das Holzkonsortium rechnet damit, dass bei der gegenwärtigen Schlagrate der Wald in zwei Jahrzehnten gänzlich den Äxten der Holzfäller zum Opfer gefallen sein wird. Verschiedene Faktoren sind mittlerweile eingetreten, welche die Abholzung verlangsamen. Die Grünfeuerdruiden hoffen, einen Ausgleich zwischen Abholzung und Wiederanbau zu erreichen, bevor der Wald völlig zerstört worden ist.

Droskars Fels
Der beeindruckende, zumeist kegelförmige Stratovulkan liegt zwischen dem weiten Tal und den Fünfkönigsbergen am nordwestlichen Rand des Finstermondtals. Mit seinen 8.847m ist Droskars Fels sowohl der höchste Berg in Andoran, als auch der höchste aktive Vulkan der Welt. Wenngleich er sporadisch Rauchwolken aus seinen zwei Kratern stößt, versichern die zwergischen Vulkanologen den Einwohnern Andorans, dass auf absehbare Zeit kein größerer Ausbruch zu erwarten sei.

Die Elberwickhöhen
Südlich der weiten, flachen Ebene, die das Finstermondtal beherrscht, erhebt sich das Plateau, welches als Elberwickhöhen bekannt ist. Die große und nur dünn besiedelte Grafschaft von Elberwick beherrscht diese Erhebung, die vor der Spaltung bis zu den Ausläufern der Fünfkönigsberge reichte. Der damals hervorgerufene Einbruch der nördlichen 48 Kilometer des Plateaus erschuf eine unregelmäßige Kante: an einigen Stellen geht die Ebene sanft in eine Anhöhe über, an anderen jedoch bildeten sich 6 bis 12 Meter hohe Steilwände. Nur ein geringer Teil des Rückens liegt offiziell im Finstermondtal, doch besitzt dieser dafür zwei der zivilisiertesten Gegenden der Region: den glänzenden Turm von Adamas und die Handelsstadt Olfden.

Die Wolfspfadhügel
Diese Hügelkette beesteht aus mit Gras bewachsenen Anhöhen, auf denen einige Pinien und Tannen wachsen. viele Hügel sind von steinigen Grotten durchzogen und an der dem Wetter zugewandten Seite mit dornigen Büschen und niedrigen Eichen bedeckt. Die Wolfspfadhügel bilden die östliche Grenze des Finstermondtals und besitzen eine zweigeteilte Geologie und, in geringerem Maße, auch ein geteiltes Klima. Die sanft ansteigenden westlichen Hügel sind mit niedrig bewachsenen Pflanzen bedeckt, zumeist Gras und Büsche, und sind Heimstatt vielerlei Tiere, nicht zuletzt auch von Rudeln der namensgebenden Wölfe. An der Ostseite hingegen, die sich dem Andossan hinwendet, sind die Hügel jedoch felsig und zerklüftet. Dort finden sich nur widerstandsfähigere Pflanzen und gefährlichere Tiere wie Meuten von Schreckenswölfen. Zwischen diesen Gebieten liegt ein Areal, welches noch immer die Wunden der Spaltung aufzeigt. Hügel enden an scharfen Kliffen, Höhlen bieten Unterschlupf für dunkle Druiden und gnadenlose Briganten. Wasserläufe springen aus dem Boden hervor, winden sich über Kilometer durch die Landschaft, nur um dann plötzlich wieder zu verschwinden. Verstreut in diesen drei Gebieten finden sich vielerlei Orte von Interesse und Gefahren.

Finstermondtal

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