Irrisen - Land des Ewigen Winters

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  • Gesinnung: Neutral Böse
  • Hauptstadt: Weißthron (24.900)
  • Wichtige Siedlungen: Frostplage (12.400), Kaltherz (6.720), Reifswald (8.970), Rotzahn (3.500)
  • Herrscherin: Königin Jelisawetha, Dreizehnte Tochter der Baba Yaga
  • Regierungsform: Monarchie
  • Sprachen: Hallitisch, Skaldisch
  • Religion: Lamaschtu, Zon-Kuthon

Vor etwa 1400 Jahren fiel Baba Yaga mit einer Armee aus Trollen, Frostriesen, Winterwölfen und eisigen Feenwesen wie eine apokalyptische Lawine von der Krone der Welt über die östlichsten Lande der Lindwurmkönige her. Die tapferen Ulfenverteidiger starben zu Tausenden. Der erste Hammerschlag des Winterkrieges traft das Lindwurmkönigreich Raemerrund. Unter der Führung des Gelehrten Königs Jarguut, der seine Krone geerbt hatte, ohne die für diesen Titel traditionell verlangte legendäre Aufgabe vollbracht zu haben, zerbracht Raemerrund binnen sechs Tagen wie zersplitterndes Eis. Die zerstrittenen Thane des Bundes von Djurstor im Süden schafften es immerhin, dem Ansturm 17 Tage standzuhalten, doch auch sie unterlagen der unbesiegbaren Armee der außerweltlichen Hexe. Nach weniger als einem Monat hatte Baba Yaga zwei jahrhundertealte, unabhängige Königreiche erobert und sie zur Nation von Irrisen vereint- einem Land, das auf ewig von unerbittlichem wie übernatürlichen Winter eingehüllt wird.

Bald verlor Baba Yaga jedoch das Interesse an ihre neugegründeten Reich. Sie verließ Golarion und übergab die Herrschaft an ihre älteste Tochter Jadwiga, die sich als ebenso fähig und grausam wie ihre Mutter erwiesen hatte und die Nation von Irrisen in der Art prägte, wie wir sie heute kennen .Königin Jadwiga teilte ihr junges Königreich in vier Provinzen- die Knochenmark, Reifswald, Thronfeste und Winterherz- und ordnete den Bau neuer Städte an, die als Provinzhauptstädte dienen sollten und von den besiegten und versklavten Ulfen errichtet wurden. Die neue Köinigin belohnte ihre vertrauenwürdigsten Töchter mit Herrschaftsrechten über diese Lande, indem sie diese zu Herzoginnen ernannte. Eine fünfte Provinz schenkte sie den launischen und grausamen Feen, die ihrer Mutter bei den Eroberungen beigestanden hatten. In diesem Land nördlich der Froststraße, das fortan Feenfrost genannt wurde, durften ihre unberechenbaren Verbündeten nach eigenem Gutdünken herrschen. Eine sechste Provinz, der Rand, wurde später von Winterherz abgespalten, um die Grenze zu den Ländern der Lindwurmkönige zu bewachen.

Die vielen ländlichen Ulfendörfer, die vor dem Winterkrieg das Land übersät hatten, starben allmählich einen grausamen Tod der Isolation, als der endlose Winter Reisen einschränkte, Wildtiere ausrottete und jeglichen Ackerbau verhinderte. Mit wenigen Ausnahmen konnten nur Städte entlang der Flüsse oder an den Ufern des Gletschersees diese Veränderung der Umgebung überstehen. Sie sind von ischerei und der Einfuhr von Getreide und anderen Vorräten abhängig, die entlang der eisigen Gewässer und verschneiten Wege aus umliegenden Nationen eintreffen, wo die Jahreszeiten sich noch immer in ihrem ewigen Tanz abwechseln.
Im Laufe des Jahrhunderts, das dem Winterkrieg folgte, unternahmen Königin Jadwigas Armeen unter Führung ihrer männlichen Nachkommen viele Versuche, die Grenzen des neuen Königreiches auszudehnen, doch die Lindwurmkönige und Mammutherren hielten eisern Wache über ihre kriegerischen Nachbarn und konnten weitere Invasionen abwehren. Viele machten Königin Jadwigas Fehlschlag, das nördliche Avistan zu erobern, für Baba Yagas Rückkehr nach Golarion hundert Jahre später verantwortlich. Baba Yaga nahm Königin Jadwiga und die erste Generation ihrer Nachkommen von Golarion fort und setzte Morgannan, die Schwester der entthronten Königin, als neue Herrscherin über Irrisen ein. Jene Nachkommen Königin Jadwigas, die Macht- und Prestigepositionen innegehabt hatten, wurden von den Abkömmlingen der neuen Königin verdrängt. Erbost über diesen Frevel, doch unfähig, etwas dagegen zu unternehmen, übernahmen Jadwigas Enkelkinder niedere Positionen in der Hierarchie und ließen ihren Groll am versklavten Ulfenvolk aus, aus dem die bäuerliche Bevölkerung Irrisens bestand. Zudem schmiedeten sie gegeneinander Intrigen um Privilegien, Luxus und Rache. Dieses Ritual wiederholte sich alle hundert Jahre. Baba Yaga kehrte zurück und ersetzte eine ihrer Töchter durch eine andere, um die abgesetzte Königin und deren Kinder von Golarion fortzubringen. Die gegenwärtige Königin Irrisens ist Jelisawetha und ihr hunderstes Kronjubiläum kriecht mit jedem Tag immer näher.

Heute sind Baba Yagas Nachkommen als Jadwiga bekannt. Ihren Namen haben sie von der ersten Königin Irrisens, auch wenn viele Fremde den Begriff fälschlicherweise als “Kinder der Hexenmutter” übersetzen. Jadwiga sehen menschlich aus und sind eitel, arrogant, grausam und stolz auf ihre Herkunft- mitsamt der Autorität und den Privilegien, die diese mit sich bringt. Nur dank der vielen belanglosen Rivalitäten und blutigen Fehden zwischen Jadwiga-Klans können die unterdrückten Unterschichten Irrisens überleben.
Obwohl es nur wenige Ausnahmen gibt, regieren weibliche Jadwiga-Frosthexen die Nation. Diese Jadwiga bilden die Reihen der Weißen Hexen, die innerhalb wie außerhalb Irrisens Grenzen überaus gefürchtet sind. Männliche Jadwiga befehligen Irrisens Militär. Letztendlich unterstehen sie alle der amtierenden Königin, deren skrupellose Rachsucht legendär ist. Die meisten bemühen sich, nicht den Zorn der Herrscherin und ihrer einflussreichsten Kinder auf sich zu ziehen.
An der Spitze der strengen irrisischen Hierarchie sitzen die Nachkommen der amtierenden Königin. Sie halten Macht- und Prestigepositionen in der Regierung und im Militär inne und blicken hochmütig auf alle unteren Klassen herab. Unterhalb dieser Elite sind die Nachkommen früherer Königinnen Irrisens angesiedelt. Diese sehr unterschiedlichen Jadwiga bilden den Großteil der Ober- und Mittelschicht Irrisens. Obwohl viele von ihnen stolz und rachsüchtig sind, zollen sie der Königin widerwillig öffentlichen Respekt oder laufen Gefahr, eine wirklich einflussreiche und tödliche Adlige zu verärgern. Sie lassen ihren Unmut hauptsächlich an jenen Unglücklichen aus, die in der Hierarchie ganz unten stehen.

Monster wie Eistrolle, Oger, Schneegoblins, Winterwölfe, Frostriesen und kalte Feen kommen in der Hackordnung als nächstes. Diese Kreaturen, allesamt Verbündete der Jadwiga, leben entweder in den größeren Städten Irrisens oder in Stämmen, die über die schneebedeckte Wildnis verstreut sind. Jene von ihnen, die in Siedlungen leben, bleiben meist unter sich. Trotz ihrer niederen Stellung behandeln die meisten Jadwiga sie mit einigem Respekt und fürchten ihren wohlverdienten Ruf als gewaltbereite Wüteriche. Es gehört zu den gefährlichsten Aspekten des Lebens in Irrisen, sich unter den mannigfaltigen Kulturen dieser monströsen Einheimischen zurechtzufinden.

Kaufleute, reisende Gelehrte und andere Fremde (einschließlich Abenteurer) bilden die nächste Stufe der gesellschaftlichen Leiter. Wenn sei weise sind, verhalten sich diese Leute in Irrisen sehr vorsichtig und lassen sich selten außerhalb der größeren Städte der Nation blicken. Ihre Anwesenheit wird aufgrund ihrer Bedeutung für das wirtschaftliche Wohlergehen der Nation geduldet, doch das bedeutet nicht, dass die einzelnen Personen sich Fehltritte erlauben können. Die potentiellen Gewinne beim Handel mit Irrisen sind gewaltig, da dieses Land so stark von importierten Lebensmittel, Holz und anderen Gütern abhängt, deren Produktionen in Nationen, die alle vier Jahreszeiten erleben, als selbstverständlich gilt. Doch die Gefahren dieses merkwürdigen Landstriches sind mannigfaltig und es gibt unzählige Geschichten über jene, die auf der Suche nach ihrem Glück ins Land des Ewigen Winters reisten und nur ihren Untergang fanden. Dennoch können Leute, welche die widersprüchliche Kunst meistern, zugleich tapfer und vorsichtig zu sein, große Reichtümer verdienen.
Nachfahren der Ulfen, die den Winterkrieg überlebten, befinden sich am unteren Ende der erbarmungslosen irrisischen Hierarchie. Ihre Ähnlichkeit mit den Ulfen der Länder der Lindwurmkönige wurde völlig ausgelöscht. Ihre heutige Kultur ist verschlossen, furchtsam und voll primitiven Aberglaubens und seltsamer Bräuche. Diese in Städten und Dörfern entlang der irrisischen Gewässer um ihr Überleben bangende Bauernklasse macht den Großteil der irrisischen Bevölkerung aus. Die meisten Jadwiga halten solche Siedlungen für unerträglich hinterwäldlerisch und öde, und es kommt einer Verbannung oder Schlimmerem gleich, dorthin versetzt zu werden – nur wenige Jadwiga leben freiwillig an diesen Orten.
Die einfachen Bürger dieser Städtchen – eine gemischte Gruppe, die neben Menschen ulfischer Herkunft auch Zwerge, Halb-Orks und Vertreter anderer Rassen beinhaltet- verstehen ihre prekäre Lage sehr gut. Obwohl sie offiziell als frei gelten, solange sie ihre Aufgabe erfüllen, können sie im Handumdrehen Eigentum oder Spielzeug einer jeden Jadwiga werden, der es danach verlangt. Kurz gesagt sind sie Leibeigene und leben in ständiger Angst. Im Gegensatz dazu haben einheimische Ulfen und andere Völker, die in den größeren Städten leben, keine Illusion der Freiheit. Sie sind Sklaven, die auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Hierarchie stehen und nur dafür existieren, um den Jadwiga und deren monströsen Verbündeten zu dienen. Obwohl die üblichen Attribute sklavenhaltender Kulturen, wie etwa Sklavengruben, Auktionen und das Brandmarken, in Irrisen kaum vorkommen, besteht an dem Sklavenstatus dieser Stadtbewohner kein Zweifel. Die Organisation der meisten irrisischen Provinzen sieht gleich aus:
Mehrere ulfische Bauernsiedlungen (die normalerweise von einer örtlichen Baronin oder Gräfin der Weißen Hexen regiert werden) versorgen die Hauptstadt der Provinz (die von einer Herzogin der Weißen Hexen regiert wird, welche die gesamte Provinz kontrolliert) mit importierten Gütern, Holz und anderen Rohmaterialien. Diese Bauern sind mehr Leibeigene als Sklaven, doch sie leben in einem Zustand elender Knechtschaft durch den Jadwiga-Adel. Sie haben keine wirkliche Freiheit- ihre Rollen innerhalb der Gemeinde werden ihnen zugewiesen und sie sind gezwungen, unmenschliche Steuern zu zahlen. Hochzeiten, Umzüge in andere Gemeinden und sogar die Errichtung kleinerer Gebäude müssen von der örtlichen Jadwiga-Adligen oder ihren ausgesuchten Agenten geprüft und genehmigt werden. Diese Regelung wurde während der Herrschaft Königin Jadwigas festgelegt und unverändert jahrhundertelang eingehalten.

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Königsmacher grannus